Immobilien als Wertanlage: Was zu beachten ist

Immobilien als Weranlage
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Zahlen sich Immobilien als Wertanlage aus? Und: Was Sie berücksichtigen sollten, wenn Sie mit dem Gedanken spielen, in Wohnungen oder Grundstücke zu investieren.

Niedrige Zinsen und ein immenser Bauboom gekoppelt mit dem Wunsch, das ersparte Geld „sicher“ zu deponieren und im Idealfall zu vermehren: In Immobilien zu investieren ist eine von vielen Möglichkeiten, um sein Kapital anzulegen.

Bevor eine Entscheidung getroffen wird, sollten aber auf jeden Fall die Vor- und Nachteile abgewogen und mögliche Szenarien durchgespielt werden. Expert*innen wie unabhängige Anlageberater*innen oder Steuerberater*innen können eine hilfreiche Unterstützung sein.

1. Zahlen sich Immobilien als Wertanlage aus?

Das ist pauschal schwer zu beantworten und hängt von vielen Faktoren wie etwa der Höhe des Eigenkapitals ab. Einerseits locken aktuell zwar niedrige Zinsen dazu, in Immobilien als Kapitalanlage zu investieren. Andererseits sind die Kaufpreise massiv angestiegen und die erzielbaren Renditen werden von Banken und Bauträgern laut Arbeiterkammer oft optimistischer angegeben als sie realistischerweise zu erwarten sind.

Klar sollte jedenfalls sein: Über das Geld, das Sie in eine Immobilie stecken, können Sie für lange Zeit nicht mehr verfügen. Investieren Sie Ihr gesamtes Vermögen in ein einziges Projekt, verteilt sich das Risiko nicht. Entpuppt sich der Kauf der Immobilie als Verlustgeschäft, wird der Verlust nicht durch andere Anlageformen abgefedert.

2. In welche Immobilien soll investiert werden?

Haben Sie sich für eine Immobilie als Kapitalanlage entschieden, steht an erster Stelle die Frage: Möchten Sie in eine Wohnung, ein Haus oder ein Grundstück investieren? Soll die Immobilie vermietet werden? Oder rein der Geldanlage dienen?

Bei der konkreten Suche nach Immobilien ist es sinnvoll, auf Parameter wie Lage, Größe und Zustand der Immobilie oder den Grundriss zu achten. Für versteckte Mängel, die erst im Nachhinein auffallen, sollte genügend Geld zurückgelegt sein. Jedenfalls ist anzuraten, sich vor dem verbindlichen Kauf professionell beraten zu lassen.

3. Wertanlage Immobilien: Durchdachte Kalkulation

Haben Sie eine Immobilie gefunden, in die Sie investieren möchten, benötigen Sie eine sehr durchdachte Kalkulation. Wie viel Eigenkapital haben Sie? Wie hoch sind die Anschaffungs- und Nebenkosten? Mit welchen laufenden Kosten müssen Sie rechnen?

Falls Sie die Immobilie vermieten möchten, kommen weitere Fragen hinzu: Welche Einnahmen sind realistisch? Wie gehen Sie mit unvorhergesehenen Ereignissen um, etwa wenn die Mietwohnung länger leer steht oder die Zinsen steigen? Benötigen Sie eine Hausverwaltung? Auch hier lohnt es sich, Expert*innen zurate zu ziehen.

4. In Immobilien investieren, um zu vermieten

Dabei sollten Sie sich bewusst machen: Die jährlichen Mieteinnahmen entsprechen nicht der tatsächlichen Rendite. Das bedeutet, dass von den Mieteinnahmen sämtliche Steuern und weitere Kosten wie etwa für Verwaltung oder Instandhaltung abgezogen werden. Hinzu kommt die jährliche Inflation.

Kurz gesagt: Der Gewinn (Jahreskaltmieten) minus Steuern und Kosten ergibt die Nettorendite.

Auch beim Mietzins, den Sie verlangen dürfen, sind Sie nicht völlig ungebunden. Für Wien gilt etwa: Altbauwohnungen, die vor 1945 erbaut wurden, unterliegen gesetzlichen Mietobergrenzen, an die Sie sich halten müssen.

5. Immobilie als Wertanlage bringen Pflichten mit sich

Wenn Sie sich für eine Immobilie als Wertanlage entscheiden, indem Sie sich eine einzelne Wohnung innerhalb eines Hauses kaufen, bringt das auch Verpflichtungen mit sich. Denn das bedeutet, dass Sie sich nun gemeinsam mit den anderen Eigentümer*innen allgemeine Bereiche wie Fassade, Treppenhaus oder Dach teilen.

Das bedeutet auch, dass Sie gemeinsam mit den anderen Besitzer*innen entscheiden, ob und wie viel Geld Sie die in Immobilie als Wertanlage investiern. Der geplante Neuanstrich der Fassade kann, aber muss nicht zu unterschiedlichen Meinungen führen.

 

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