Grillen, Lärm, Sichtschutz: Was auf dem Balkon erlaubt ist

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Ist Grillen auf Balkon und Terrasse erlaubt? Und wie steht es mit Lärm, unangenehmen Gerüchen und der Montage eines Sichtschutzes? Was Sie auf Balkon und Terrasse tun dürfen und was Sie von den Nachbarn dulden müssen.

Ist Grillen auf dem Balkon erlaubt?

Gesellige Abende mit Freunden auf dem Balkon und Grillfeiern sind in der warmen Jahreszeit besonders verlockend. Wer in einer Wohnung mit Terrasse oder Balkon lebt, stellt sich daher früher oder später die Frage, ob Grillen erlaubt ist.

Grundsätzlich ist Grillen auf dem Balkon und der Terrasse erlaubt, es sei denn im Miet- oder Kaufvertrag bzw. in der Hausordnung ist anderes vermerkt. Beim Grillen ist darauf zu achten, Nachbarinnen und Nachbarn nicht übermäßig durch Rauch, Lärm oder Gerüche zu belästigen. Mit einem Elektro- oder Gasgriller ist man bezüglich Rauchentwicklung und Belästigung von Nachbarn gut beraten.

Aus feuerpolizeilicher Sicht muss auf die Brandgefahr geachtet werden. So wird von der Berufsfeuerwehr Wien beispielsweise ein seitlicher Mindestabstand von 0,5 bis 1 Meter zum nächsten Bauteil empfohlen. Außerdem sollte oberhalb des Grillers möglichst unverbaut sein oder ein Höhenabstand von mindestens 2 Metern zum nächsten Bauteil eingehalten werden. Balkone in oberen Stockwerken und Dachterrassen eignen sich folglich besser zum Grillen. Grillfeuer in handelsüblichen Holzkohlegrillern oder gemauerten Grillern dürfen nicht unbeaufsichtigt gelassen werden.

Spezifische ortspolizeiliche Verordnungen können zudem Grillzeiten festlegen. Weiters sind Landesgesetze wie Feuerpolizei-, Luftreinhaltegesetz und Bauordnung zu beachten.

Lärm auf dem Balkon

Ruhezeiten werden gesetzlich geregelt oder in Mietverträgen und Hausordnungen vereinbart. Auf Balkon, Terrasse und im Garten gelten dieselben Ruhezeiten wie in der Wohnung. Für Österreich gibt es keine einheitlich gesetzlich festgelegten Ruhezeiten, dies liegt in der Hand der Länder und Gemeinden.

In Wien gilt zwischen 22 Uhr und 6 Uhr Nachtruhe. In den anderen Bundesländern sind die Ruhezeiten nachts meist länger und gelten oft auch am Wochenende. Während der Nachtruhezeiten ist jeglicher Lärm zu unterlassen, der die Nachtruhe empfindlich stören könnte.

Teppichklopfen und Dreck vom Nachbarn

Generell gilt: Die Nutzung des eigenen Balkons darf nicht die Interessen anderer Mieter übermäßig beeinträchtigen. Ob dies nun ein Teppichklopfen auf dem Balkon, ein Deckenausschütteln oder ein „übernasses“ Blumengießen ist. In Hausordnungen sind diese Konfliktpunkte oft festgelegt. Immissionen wie Rauch, Geruch, Verschmutzung, Lärm oder Abwasser sind grundsätzlich zu dulden, es sei denn, sie überschreiten ein „ortsübliches Maß“. Was als ortsüblich gilt, ist häufig durch Gesetze und Verordnungen geregelt, und wird nicht selten gerichtlich Einzelfall-bezogen bestimmt.

Sichtschutz und Blumenkästen montieren

Viele wünschen sich ein bisschen mehr Privatsphäre auf dem Balkon, besonders wenn der Nachbarbalkon dicht angrenzt. Aber Vorsicht: Wenn zum Montieren eines Sichtschutzes Arbeiten an der Hausfassade notwendig sind – zum Beispiel ein Anbohren – muss die schriftliche Erlaubnis des Vermieters eingeholt werden. Bei Eigentumswohnungen ist die Zustimmung der anderen Eigentümer im Haus erforderlich. Mobile Varianten des Sichtschutzes wie Paravents und Raumteiler sind aus diesem Grund oft mit weniger Aufwand verbunden.

Selbiges gilt auch bei der Befestigung von Blumenkästen an der Außenwand, auch hierzu benötigt man das Einverständnis des Vermieters. Bei der Anbringung von Blumenkästen auf dem Balkongelände ist darauf zu achten, dass diese gut befestigt sind und das Gießwasser nicht auf dem Balkon darunter tropft. Vermieter und Hausordnung können zudem festlegen, dass Blumentröge nur nach innen auf das Balkongelände befestigt werden dürfen, sodass keine Fassadenschäden durch Gießwasser oder ein Sicherheitsrisiko durch hinunterfallende Blumentöpfe entsteht.

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